„Was macht ihr da?“ – „Wir schauen Bäume an.“

Am 10. Und 11. November 2018 traf sich unsere AG Vergiss Mejn Nicht zum dritten und damit letzten Mal in dieser Amtszeit um unserem „Kalenderprojekt“, das mittlerweile im wahrsten Sinne des Wortes „zum Greifen nah“ ist, einen (vor)letzten Feinschliff zu geben.

Unser Treffen in Berlin, bei dem Vlasta, Felix, Lucie, Kathi und unsere Referentin für die Grafik, Dominika Dvořáková, anwesend waren, war gemütlich und dazu noch produktiv. Anežka konnte der lieben Uni sei Dank nicht dabei sein, hat aber im Vorfeld des Treffens einen beträchtlichen Teil der Arbeit auf sich genommen.

Derzeit sind wir in der vorletzten Etappe des Entstehens unseres Kalenders, für den wir elf Menschen unterschiedlichen Alters, Geschlechts, Herkunft und Sprache mit der sie einenden Flucht- oder Migrationserfahrung begegnet sind und ihre Geschichten aufgeschrieben haben. Wir haben mal stundenlang der Erzählung eines ganzen Lebens gelauscht, mal Handyfotos aus der alten Heimat angeschaut, Biografien gelesen oder am Telefon gesprochen, aber immer versucht, das Gestern mit dem Heute zu verbinden und es darin lebendig zu halten. Von diesen elf Menschen werden zehn persönliche Gegenstände und eine Leerstelle im Kalender zu sehen und einige Zitate aus den Interviews, das es ab Beginn des Jahres auf der Website des JuFo veröffentlicht wird, zu lesen sein. Auf Foto zwölf werden wir als AG zu sehen sein, allerdings ohne Gegenstand.

Nachdem wir in den vergangenen Monaten alle Gespräche geführt und die Finanzierung geplant haben, haben wir uns bei unserem Treffen mit der Gestaltung und Verteilung des Kalenders beschäftigt. Mithilfe von Dominika Dvořáková und durch die Fotoskills von Vlasta wird unser Kalender ein zeitlos schlichtes schwarz-weißes Design haben, der Einheitlichkeit halber wurden Fotos von den Bildern arrangiert und gemacht. Außerdem haben wir uns noch einmal gegenseitig „unsere“ Personen vorgestellt, die im Kalender nur mit ihrem Vornamen und ein paar Infos in Erscheinung treten werden. Der Kalender soll Ende Dezember in den Druck gehen.

Wir haben natürlich nicht nur gearbeitet und Ahornbäume bestimmt (Felix und Lucie sind eindeutige Botanik-Profis), sondern haben am Samstagabend ein bisschen stolz, ein bisschen traurig das letzte AG-Treffen ausklingen lassen.

Wer hätte gedacht, dass aus dem leichten Anfangschaos von „Irgendwas mit Erinnerung“ so ein „haltbares“ Produkt, ein Kalender, der nicht nur uns, sondern auch unsere elf Interviewpartner*innen und die Stiftungen und Organisationen, bei denen er stehen soll, ein weiteres Jahr begleiten wird, entstehen würde.

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